Die Seniorenkatze

Alte Katzen können manchmal nicht mehr alles alleine bewältigen und brauchen unsere Unterstützung. Doch wie können wir dabei helfen, ihren Alltag einfacher zu gestalten?

Die Seniorenkatze geht alles etwas entspannter an
Die Seniorenkatze geht alles etwas entspannter an (Fotos: s. Bildhinweise)

Glaubt man den Angaben der Futtermittelindustrie, gilt eine Katze ab 7 Jahren als Senior. In dem Alter wirken Katzen aber in der Regel alles andere als alt und gebrechlich. Dies hängt jedoch sehr vom gesamten Zustand der Seniorenkatze ab. Leidet sie bereits in jungen Jahren unter einer Erkrankung der Gelenke, kann sie durchaus sehr früh alt wirken und auch entsprechende Hilfe benötigen. Andere Katzen turnen noch mit 15 und mehr Jahren auf den höchsten Bäumen herum.

Die ersten Alterserscheinungen treten zwischen 10 und 15 Jahren auf

Katzen in der freien Natur lassen sich Schmerzen oder Einschränkungen nicht anmerken, denn Schwäche bedeutet draußen Lebensgefahr (s. auch Bengalkatze: Wohnungshaltung oder Freigang?). Entsprechend merkt man als Halter häufig erst spät, dass die Katze nicht mehr so hoch springt wir früher oder vermehrt schläft. Das Tier spielt weniger, ist langsamer und weniger aktiv. Dazu kann eine langsame Gewichtsabnahme kommen.

Im Durchschnitt treten die ersten Alterserscheinungen zwischen 10 und 15 Jahren auf. Bemerkt man die ersten Anzeichen, sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden. Die geschilderten Symptome können nämlich auch ein Anzeichen für eine Krankheit sein.

Die Seniorenkatze  unterstützen

Wenn die Katze erste Alterserscheinungen zeigt, ist sie für Unterstützung dankbar. Beim Futter sollte jetzt darauf geachtet werden, dass es nicht nur hochwertig, sondern auch leicht zu fressen ist (s. auch Bengal-Katze: Futter). Katzen mit weniger Zähnen kommen oft erstaunlich gut damit zurecht und können noch Trockenfutter oder Barf fressen. Wenn sich Schwierigkeiten einstellen oder die Katze Unbehagen beim Fressen zeigt, ist zunächst der Besuch beim Tierarzt angesagt. Nur weil die Katze alt ist, muss sie nicht mit schmerzenden Zähnen leben.

Eine Zahnsanierung ist zwar in zunehmendem Alter auf Grund der Narkose gefährlicher, kann aber die Lebensqualität enorm erhöhen. Dies ist im Einzelfall abzuwägen. Ein hochwertiges Nassfutter kann dann oft leichter gefressen werden. Da der Geschmackssinn nachlassen kann, wird die Katze vielleicht weniger Appetit zeigen. Hier kann die Zugabe von frisch gekochtem Fleisch oder Fleischbrühe helfen. Falls die Katze wenig trinkt, kann man auch etwas Brühe oder Katzenmilch ins Trinkwasser geben. Dies muss dann natürlich häufiger ausgetauscht werden.

Für Seniorenkatzen können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein
Für Seniorenkatzen können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein (Foto: Medpets) Zum Produkt bei Medpets

Die Zugabe von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln kann vielfach sinnvoll sein. Nahrungsergänzungsmittel wie hochwertige Öle für die Fellpflege oder spezielle Seniorenmischungen als Kur zwischendurch, zum Beispiel aus Kräutern, können der Katze jetzt gut tun. Bei Gelenkproblemen gibt es ebenfalls gute Nahrungsergänzungsmittel, mit deren Hilfe die Gabe von Schmerzmitteln und die damit einhergehende Belastung der Organe verringert werden kann. Dies sollte immer in Absprache mit dem Tierarzt und/oder Tierheilpraktiker geschehen. Die alte Katze soll nicht Schmerzen leiden, nur um dafür vielleicht ein paar (schmerzhafte) Monate länger leben zu können. Die Auswirkungen von Schmerzfreiheit auf die Psyche und den Lebenswillen sind dabei auch nicht zu unterschätzen.

Die Fellpflege kann alten Katzen schwerfallen. Hier kann der Halter mit Bürsten und einem warmen, feuchten Waschlappen helfen. Vergessen Sie dabei den After nicht, hier können nach dem Toilettengang Reste hängen bleiben. Falls sich die Katze ihre Krallen nicht mehr ausreichend wetzt, kann das Schneiden der Krallen erforderlich werden.

Wenn die Katze nicht mehr gut springen kann, sollte man ihr ihre Lieblingsplätze mit Aufstiegshilfen zugänglich machen. Wenn die Katze gar nicht mehr springen kann, kann man Rampen verwenden. Stellen, an denen Absturzgefahr besteht, sollten für alte Katzen besonders gesichert werden.

Auch Katzen können im Alter dement werden. Einige Tiere schreien dann häufiger, vor allem in der Nacht. Sie wirken auf einmal verwirrt oder desorientiert, erkennen vielleicht ihren Halter nicht mehr sofort und zeigen vermehrt Schreckreaktionen. Auch können demente Katzen auf einmal unsauber werden. Wenn keine körperlichen Ursachen vorliegen, muss sich der Halter damit arrangieren. Die Katze meint es nicht böse, sie ist einfach nur tüdelig geworden. Schön ist, dass viele alte Katzen besonders viel schmusen möchten. Sie wollen meist nur noch kurz und weniger wild spielen und schlafen viel.

Viel Schlafen und Schmusen ist bei der Seniorenkatze angesagt
Viel Schlafen und Schmusen ist bei der Seniorenkatze angesagt

Im Alter sollten Katzen ein- bis zweimal im Jahr dem Tierarzt vorgestellt werden. Anhand von Blutuntersuchungen können typische Alterserkrankungen wie Nierenleiden frühzeitig erkannt und behandelt werden. Auf Impfungen bei alten Katzen und die damit verbundenen Belastungen kann in Absprache mit dem Tierarzt oft verzichtet werden.

Die Zeit des Abschiedes

Und eines Tages ist es dann so weit, man merkt der Katze vielleicht an, dass sie sich mehr und mehr zurückzieht oder vielleicht auch ganz besonders die Nähe ihres Menschen sucht. Die Augen werden trüber, der Schlaf immer tiefer. Vielleicht mag die Katze nicht oder nur noch sehr wenig fressen. Dies können Anzeichen dafür sein, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Manchmal gehen sie, wie wir es uns für uns selbst wünschen: Sie schlafen einfach ein.

Die genannten Symptome können aber auch Anzeichen für eine Krankheit sein, die behandelbar sein kann. Sind Behandlungen nicht mehr möglich und Schmerzen nicht mehr zu lindern, sollte man sein Tier einschläfern lassen. Dies ist der letzte Dienst, den ein Halter seiner Samtpfote erbringen kann. Viele Tierärzte kommen dazu nach Hause, so dass die Katze in gewohnter Umgebung gehen kann. Das Tier bekommt eine Spritze und schläft ein, mit einer weiteren Spritze wird der Tod herbeigeführt.

Den Körper der Katze kann man im Garten begraben, auf einem Tierfriedhof bestatten oder einäschern lassen. Wer das nicht möchte, kann das Tier auch beim Tierarzt lassen. Nicht nur der Halter, auch verbliebene Tiere können um die verstorbene Katze trauern. Seien Sie in dieser Zeit besonders aufmerksam und unterstützen sie diese. Während einige Menschen Zeit brauchen, bis sie ein neues Tier in ihr Leben lassen, haben andere den Wunsch, schnell wieder eine Katze um sich zu haben. Hören Sie auf ihr Gefühl, ihr alter Freund wünscht sich nur das Beste für Sie.